Konsolidierungswelle im deutschen Autohandel
Die Markt- und Wettbewerbssituation der deutschen Autohändler wird sich in den kommenden Jahren stark zuspitzen. Die Konsolidierungen zu "Megadealern" und zunehmende Mehrmarkenvertriebe verlangen eine Neuausrichtung seitens der Automobilindustrie. Auch unklare Rahmenbedingungen wie die Kfz-Steuerreform und steigende Kraftstoffpreise dämpfen die Nachfrage nach Neuwagen. Deloitte analysiert mit der Studie "Automobilhandel im Premiumsegment" mögliche Maßnahmen für mittelständisch geprägte Automobilhäuser.
15.08.2008
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"Der Wettbewerb ist in vollem Gange - immer mehr sogenannte Megadealer etablieren sich als Konkurrenz zu den klassischen Hersteller-Niederlassungen, was zu einem höheren Verdrängungswettbewerb bei kleineren und mittleren Autohäusern führt", unterstreicht Dr. Martin Hölz, Partner und Industry Leader für die Automobilindustrie bei Deloitte. "Diese Entwicklung in Deutschland gleicht der angelsächsischen Situation, die bereits einen stark ausgeprägten Mehr-Markenhandel nach sich gezogen hat."
Marktsituation des Autohandels
Es gibt aktuell knapp 30.000 Autohäuser bzw. -händler in Deutschland, doch die reduzieren sich bis 2010 auf unter 25.000. Dies betrifft überwiegend mittelständische Automobilhäuser, deren Marktanteil von über 45 auf knapp 29 Prozent sinken wird. Neben vielen Insolvenzen werden einige in Kooperationen bzw. Netzwerken aufgehen, denn der Einmarkenvertrieb wird um fast 14 Punkte auf rund 56 Prozent fallen. Neben den Volumenherstellern wie VW, Renault und Peugeot werden dabei auch die Premiummarken Audi, BMW und Mercedes ihre aktuell je etwa 1.100 Autohäuser auf unter 900 reduzieren.
Unklare Rahmenbedingungen
Im Käuferverhalten ist eine eindeutige Trendwende zu beobachten: Seit 1997 sind die privaten Zulassungen um 20,3 Prozent zurückgegangen - sowohl Volumen- als auch Premiumhersteller verzeichnen starke Absatzeinbrüche. Dies ist auf stagnierende Nettoeinkommen, höhere Kraftstoffpreise, die Mehrwertsteuererhöhung 2007 und eine allgemeine Verunsicherung zurückzuführen. Und auch die in 2010 geplante Kfz-Steuerreform wird die Neuwagen-Nachfrage weiter drosseln.
Sowohl der Margendruck der OEMs als auch der Preisdruck des Marktes bedrängen den Handel. "Das führt zu einer Marktbereinigung sowie zu Zusammenschlüssen und Kooperationen - die Anzahl der unabhängigen Kfz-Betriebe ging in den letzten zehn Jahren schon um gut 18 Prozent zurück. Ein stetiger Beschäftigungsabbau und steigende Spezialisierungs- und Qualifizierungsanforderungen an Mitarbeiter sind die Folge", sagt Florian Hojak, Senior Consultant Automobilindustrie bei Deloitte.






