Elektronikschrott vergiftet Menschen in Ghana
Eine aktuelle Untersuchung von Greenpeace zeigt, dass mit gefährlichen Chemikalien belasteter Elektronikschrott in Ghana zu dramatischer Umweltverschmutzung geführt hat. "Händler aus Europa, den USA und Japan verkaufen diese Elektronik den unwissenden Menschen als Second-Hand-Ware. In Wirklichkeit ist es aber nur noch Elektroschrott", erklärt Claudia Sprinz.
28.08.2008
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"Viele der freigesetzten Chemikalien sind hochgiftig, einige können die sich in Entwicklung befindlichen Fortpflanzungsorgane der Kinder beeinträchtigen, während andere die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem beeinträchtigen", erklärt der Greenpeace-Wissenschaftler Kevin Bridgen, der Elektronikschrottplätze in China, Indien und Ghana untersucht hat.
"Das Schlimmste an der Sache ist, dass die Arbeiter nicht einmal wissen, mit was für Stoffen sie da hantieren", so Sprinz. Denn diese gehen davon aus, dass es sich bei den Fernsehern, Computern und Radios um gut erhaltene Second-Hand-Ware handelt. "Es gibt ein weltweites Exportverbot für Elektroschrott. Durch die Deklaration als Second-Hand-Ware umgehen die Händler dieses Verbot", beschwert sich Sprinz. Der Großteil des so illegal nach Ghana gekommenen Inhalts landet auf Müllplätzen oder Sortieranlagen. Dort wird er von ungeschützten Arbeitern zusammengepresst und verbrannt.
Greenpeace fordert die Hersteller von Unterhaltungselektronik auf, ein globales Rücknahmesystem für ihre Geräte aufzubauen. "Dadurch hätten skrupellose Händler erst gar keine Chance derartige Geschäfte zu machen", sagt Sprinz. Zudem setzen sich die Umweltschützer dafür ein, dass in Zukunft auf gefährliche Chemikalien in Elektrogeräten verzichtet werden soll.







