Stürmisches Wachstum: E.ON setzt auf Windenergie
Der Energiekonzern E.ON baut seine Aktivitäten auf dem Windmarkt weiter aus. Nach dem Kauf des spanischen Windparkbetreibers E2 Renovables Ibéricas im vergangen Jahr sowie der Genehmigung für das Windfarm-Projekt „Rödsand II“ Ende April hält das Düsseldorfer Unternehmen nun auch 50 Prozent am weltweit größten Offshore-Windpark „London Array“. Damit steigt E.ON zu einem der größten Windstromerzeuger der Welt auf.
25.08.2008
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Auch der Energiekonzern E.ON setzt seit einiger Zeit verstärkt auf Windenergie. Neuester Coup des Unternehmens: Gemeinsam mit dem dänischen Energieversorger Dong Energy haben die Düsseldorfer den Anteil von Shell am Windpark London Array übernommen. Damit hält E.ON 50 Prozent des mit rund 270 Turbinen bislang größten geplanten Offshore-Windparks der Welt.
Globale Position gestärkt
London Array ist bereits das zweite Offshore-Projekt in diesem Jahr, an dem E.ON sich beteiligt. Schon Ende April hatte E.ON den Zuschlag zum Bau von Rödsand II, einer Offshore-Windfarm südlich der Insel Lolland in Dänemark erhalten. Das Projekt wird nach seiner Fertigstellung im Jahr 2010 Energie für die Versorgung von rund 200.000 Haushalten bereit stellen. „Mit dem Offshore-Projekt Rödsand bauen wir unsere globale Position weiter aus“, erklärte E.ON-Chef Wulf Bernotat nach der Genehmigung des Projekt durch die dänische Energiebehörde.
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Zukunftsmarkt Amerika
Mittelfristig will sich der E.ON-Chef allerdings eher auf das Geschäft in Übersee konzentrieren. „In den USA liegt für erneuerbare Energien die Zukunft“, sagte er der Financial Times Deutschland. Diese Einschätzung wird durch diverse Studien gestützt. Nach Angaben der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) blieben die USA 2007 mit Investitionen von rund neun Milliarden US-Dollar im dritten Jahr in Folge der weltweit am schnellsten wachsende Windenergiemarkt. Und auch die langfristigen Aussichten sind beachtlich: Nach einer Studie des amerikanischen Energieministerium (U.S. Department of Energy, DOE) könnte Windkraft bis 2030 bereits 20 Prozent des gesamten Strombedarfs der USA decken. Das bedeutet, dass die jährlichen Neuinstallationen bis 2017 mehr als verdreifacht würden.
Die Basis dafür, sich auf dem amerikanischen Windmarkt zu etablieren, hat E.ON ebenfalls 2007 durch den Kauf des Windparkbetreibers Airtricity gelegt. Ganze 1,4 Milliarden Euro ließ sich der Konzern die Akquisition kosten. Aus gutem Grund: „Der Erwerb von Airtricity Nordamerika ist unser Einstieg in den weltweit attraktivsten Renewables-Markt und ein weiterer Schritt auf unserem Weg zu einer weltweit führenden Position in diesem Geschäft“, erklärte Lutz Feldmann, im E.ON-Vorstand zuständig für Erneuerbare Energien im Pressegespräch. „Nach den Akquisitionen der Windenergieunternehmen Airtricity und E2 Renovables Ibéricas ist E.ON bereits der siebtgrößte Windkraftbetreiber der Welt“, fügte Bernotat hinzu.
Im Umkehrschluss bedeutet die Konzentration auf den amerikanischen Markt aber auch, dass in Deutschland das Wachstum im Windenergiesektor abflauen dürfte. Doch das hat einen ganz einleuchtenden Grund: Im Gegensatz zu Deutschland, wo es kaum noch geeignete Gebiete für große Windparks gibt, habe man in Texas einfach „viel mehr Platz und viel mehr Wind“, sagte Frank Mastiaux, Geschäftsführer der neuen E.ON-Tochter Climate & Renewables, der Financial Times Deutschland.
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